Care Energy – Verdammt und Vergöttert

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„Energierevolution jetzt. Und die Bürger entlasten.“ Was nach einem Politiker-Slogan klingt, ist vielmehr die Zusammenfassung der Unternehmensphilosophie der mk-Group und ihrer Marke Care Energy. Das von der Hansestadt Hamburg aus agierende Unternehmen bietet seit November 2011 Strom und Dienstleistungen an und wuchs in dieser Zeit schneller als jeder deutsche Stromanbieter je zuvor. Mittlerweile soll die Zahl der Care Energy-Kunden bei tatsächlichen 360.000 (Stand: Oktober 2013) liegen.Mit einem bis dato unschlagbaren Kampfpreis (19,90 Cent/kWh bei einem monatlichen Grundpreis von 6,99 €), ist Care Energy der bis dato mit Abstand günstigste Stromanbieter in Deutschland. Doch der Wettbewerb wittert unlautere Methoden, um diese Preise gestalten zu können und macht mobil. Zu Recht? Oder ist das alles eine Hetzkampagne gegen Care Energy und ihren Chef Martin Richard Kristek?

Care Energy Strom

Was Care Energy ex definitione von anderen Anbietern unterscheidet, ist einmal die offensiv kommunizierte Unterscheidung zwischen Energieversorger (die Konkurrenz) und Energiedienstleister (Care Energy). Letztere betonen zudem, dass sie für eine sofortige Energiewende eintreten. In diesem Kontext kommt ein oft im Kontext Strom gehörtes Stichwort zum Tragen: Dezentralisierung. Durch eine dezentrale Energieversorgung bezieht Care Energy einen Teil seines Stroms auch direkt vom Verbraucher. Und das durch folgende Maßnahmen: Beispielsweise installiert Care Energy regenerative Quellen wie Solaranlagen kostenlos beim Kunden. Dabei geriert sich Care Energy-Chef Martin Richard Kristek gerne als höchst sozialer Unternehmer. So lässt er wissen, dass er – wenn –, dann auf „sympathische Weise“ Geld verdienen wolle. Zunächst sei ihm die „Menschlichkeit“ und nicht das Geld am Wichtigsten. Konsequenterweise verkaufe er den Strom mit minimalen 0,06 Cent Aufschlag weiter. Dass das natürlich bei vielen Kritikern auf Kopfschütteln stößt, kann man sich vorstellen. „Wie soll sich das denn rechnen?“ ist nicht die einzige Frage in diesem Zusammenhang. Dennoch sei dieses Geschäftsmodell kostendeckend, denn der Gewinn käme hauptsächlich aus dem Grundpreis.

Da Kristek ja als sozialer Mensch gelten möchte, setzt er – und das muss man anerkennen – dies auch in die Tat um. So bietet Care Energy als einziger Stromanbieter den Care Energy Sozialtarif an. Laut Firmenangaben sei das Angebot eines solchen Tarifs ihr Beitrag gegen die Armutsspirale einkommensschwacher Haushalte. Schließlich sei es doch so, dass diejenigen, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können, von ihren Versorgern gekündigt würden. In Folge dessen rutschten die Menschen in die alles andere als preiswerte Grundversorgung.

Care Energy Gas

Neben dem Hauptfeld Strom, bietet Care Energy außerdem Gas an. Man verwendet zur Produktion von Wärme aus Gas nur Erdgas des exklusiven Kooperationspartners XOOL. Die Eckpunkte eines Vertrages für die Belieferung mit Gas der Care Energy sieht folgendermaßen aus:

  • Kündigungsfrist monatlich
  • Vertragslaufzeit 1 Monat
  • Keine Vorkasse
  • Keine Kaution
  • Keine kWh-Pakete

Care Energy Probleme

Wie bereits oben erwähnt, ruft die Preispolitik Care Energy viele Kritiker auf den Plan. Viele bezweifeln, ob das alles seriös bei der jungen Firma abläuft. Care Energy ist für viele Verbraucher ein Meilenstein der Energiewende. Doch Kritiker behaupten, dass die günstigen Preise wohl nur machbar sein, wenn die Firmengruppe keine oder lediglich eine reduzierte EEG-Umlage zahlt. Man kommt nicht umhin zu glauben, dass sich Care Energy hier in einer gesetzlichen Grauzone befindet.

Speziell das Handelsblatt geht sehr kritisch mit dem „Super-Billig-Anbieter“ um, und sagt, dass aufgrund von einer gegenläufigen Firmendefinition durch Care Energy selber (Energiedienstleister statt Energieversorger) sich diese selber ein Sonderrecht einräumen:
http://www.handelsblatt.com/technologie/das-technologie-update/energie/stromanbieter-im-zwielicht-vorwurf-vorspiegelung-falscher-tatsachen/8477128-3.html

Care Energy-Chef Kristek verlangt allerdings ebenso eine Neuberechnung der Kosten für die EEG-Umlage, weil die Netzbetreiber die vollen Kosten berechnet hätten, ohne die Reduzierung durch das Grünstromprivileg miteinzubeziehen. Kritiker an der finanziellen Nachhaltigkeit des Unternehmens führen an, dass durchaus das Risiko besteht, dass jene Kosten noch nachgezahlt werden müssen. Eine große Summe. Doch inwiefern diese dann von der Firmengruppe zu tragen sein werden, ist bis dato ungewiss. Es gab schon eine Reihe von Fällen, in denen Versorgungsnetzbetreiber der Care Energy bereits den Netzzugang verweigerten. Betroffene Kunden fielen dabei in die örtliche Grundversorgung zurück.

Auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel äußerte starke Kritik am Geschäftsmodell der Care Energy:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/care-energy-kritik-an-geschaeftsmodell-und-rechtsgutachten-a-899851.html

Doch gegen Entscheidungen und Äußerungen gegen die Care Energy will sich die Firma zu Wehr setzen. Man will alles tun, um aufzuzeigen, dass man nach Recht und Gesetz handle.

Care Energy Erfahrungen

Unterschiedlicher könnten die Aussagen bezüglich der Erfahrungen mit Care Energy als Stromversorger nicht sein. Von „unseriös“ bis „Großartig, der Kampf gegen das Monopol einiger weniger hat begonnen!“ findet sich alles im Netz wieder. Wer natürlich aufgrund von Netzsperren für die Care Energy in die Grundversorgung zurückgefallen ist, kann nicht zufrieden mit seinem Anboeter sein. „Pro Care Energy“-Verfechter verdeutlichen aber ihre Meinung: Alles reine Panikmache durch von der Strom-Lobby gesteuerte Berichterstattung. Den „Strom-Majors“ sei es ein Dorn im Auge, dass ein unerwartet groß gewordener Mitbewerber ihnen die Kunden wegnehme.

Viele Kunden sehen in dem Umstand, dass Care Energy den günstigsten Preis aufruft, klar erwiesen, dass dies mit allen Mitteln zu verhindern versucht würde. Speziell auf der Facebook-Seite von Care Energy (www.facebook.com/CareEnergy) , die knapp 50.000 Fans hat, ermutigen die Fans, die von einer wirklichen Energiewende durch Care Energy überzeugt sind, den Chef Kristek auf durchzuhalten und den Kampf für bezahlbare Energie weiterzuführen.

Care Energy im Überblick

 

  • Schon über 300.000 Kunden
  • Deutschlands günstigster Stromanbieter
  • Unterscheidet zwischen Primärenergie (Strom, Gas etc.) und Nutzenergie (Licht, Kälte, Wärme etc.).
  • Zeigt offen an wo der grüne Strom herkommt und benennt beispielsweise die Wasserkraftwerke und welche Leistungen sie erbringen.
  • Umfangreiches FAQ
  • Macht dennoch den Eindruck, dass mit den verschiedenen Leistungen wirklich die Energiewende voran gebracht werden soll
  • Zum Teil fragwürdiges Geschäftsmodell, das sich unter Umständen in einer rechtlichen Grauzone bewegt
  • Die Rechtslage rund um das Geschäftsmodel Care Energy ist noch nicht abschließend beleuchtet. Dementsprechend sollte man gegebenenfalls weitere Informationen bei der Verbraucherzentrale holen.

Care Energy Kontakt

Wenn Sie mit der Care Energy Kontakt aufnehmen möchten, dann können Sie das via folgende Kontaktmöglichkeiten tun:

Telefon: +49 (0) 40 414 314 858 0
Telefax: +49 (0) 40 414 314 858 9

E-Mail: office@care-energy.de

Post- und Geschäftssitz:
mk-group Holding GmbH, Dessauer Strasse 2-4, Lagerhaus G,
Freihafen Hamburg, 20457 Hamburg

Fazit

Care Energy macht mit seinem rigorosen und forcierten Auftritt in Sachen Energiewende einen überaus gewillten Eindruck. Speziell das selbstbewusste Auftreten von Chef Kristek gibt seinen Anhängern (so muss man die Leute, die ihm auf Facebook viel Mut und Durchhaltevermögen wünschen, wohl nennen) zusätzliches Feuer auch viral für Care Energy Partei zu ergreifen. Dadurch, dass man der günstigste Anbieter auf dem Strommarkt ist, hat man viele Neider und Feinde. Davon abgesehen bietet Care Energy auf der Homepage viel Informationen und solide Transparenz. Nichtsdestotrotz muss das Unternehmen viele rechtliche Hindernisse bewältigen. Als geneigter Kunde sollte man das durchaus im Auge behalten.

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