Solarkraftwerke in Afrika geplant

Sonennenergie - Solarenergie - Afrika

Die Idee klingt einfach: Die Nutzung der Sonneneinstrahlung in den nordafrikanischen Wüsten zur Stromerzeugung für Europa. Solarthermische Anlagen sollen die Energie produzieren. Die technischen Herausforderungen sind allerdings enorm. Der Versicherer Münchner Rück hält es dennoch für ein realistisches Ziel und erklärte am Dienstag die Absicht, im Juli ein Industriekonsortium zu gründen, das aus 20 Partnern aus Deutschland bestehen soll. Das Konsortium will insgesamt bis zu 400 Milliarden Euro in das Vorhaben investieren.


Wissenschaftlern zufolge sind die Pläne, nach denen bereits in zwanzig Jahren jeder siebte deutsche Haushalt mit Solarstrom aus Afrika versorgt werden soll, durchaus realistisch. Die Technologien im Solartechnikbereich haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Da liegt es nahe, den ungenutzten Platz in den mit Sonnenlicht überfluteten Wüsten zu nutzen.

Die Stromerzeugung funktioniert hingegen etwas anders als bei den üblichen heimischen Dachanlagen, wo der Strom direkt über Solarzellen erzeugt wird. Beim Projekt “Desertec” arbeiten riesige solarthermische Kraftwerke nach einem einfachen Prinzip. Röhren, die mit speziellem Thermoöl gefüllt sind, verlaufen auf dem Rücken von spiegelnden Rinnenkonstruktionen, die das Sonnenlicht einfangen, bündeln und das Öl aufheizen. Mit dieser Hitze wird Dampf erzeugt, der über Turbinen schließlich Stromgeneratoren antreibt. Die Technologie gilt bereits jetzt als praxistauglich. Der Standort Sahara gilt als sehr versorgungssicher, da die Anzahl der Sonnenstunden im Vergleich zu europäischen Standorten deutlich höher liegt. Die derzeit noch hohen Kosten sollen in Zukunft deutlich sinken.

Die Übertragung des Stroms nach Europa soll über Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) erfolgen. Die Übertragungsverluste bei langen Strecken können somit in Grenzen gehalten werden. In Indien und China haben vergleichbare Anlagen mit langen Transportwegen bereits erfolgreich ihren Betrieb aufgenommen.

Während die technische Seite praktikabel erscheint, müssen politische Rahmenbedingungen in den bisweilen problematischen Regionen Nordafrikas erst noch geschaffen werden. Denn ähnlich wie bei Erdöl oder Gas ist man auf stabile politische Verhältnisse angewiesen, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.

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